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Fahnen zur See

Bis 1727 benutzte die Handelsmarine des Kurfürstentums Hannover eine rote Fahne mit einem weitspringendem Schimmel in der linken, oberen Ecke.5

1727 verfügte Kurfürst Georg II von Hannover & König von England, daß alle seine Schiffe eine einheitliche Fahne führen sollten. In die linke, obere Ecke des roten Tuches wurde unter das Sachsenroß der Unionjack eingefügt. Diese Handelmarinefahne mußte 1801 geändert werden, weil nun das irische St. Patricks Kreuz in den Union Jack integriert wurde. Diese Fahne wurde auch nach dem Ende der Personalunion bis 1866 beibehalten.5

Die Dreimastbark „Wursata“ (Reederei E.Friedich Adickes & Co, Heuhausen/Amt Dorum), Heimathafen Geestemünde (heutiges Bremerhaven), segelte unter der Flagge der hann. Handelsmarine. Das Originalgemälde befindet sich in Familienbesitz, eine Replik und die zugehörigen Informationen findet man im Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven. Die Wursata lief 1854 vom Stapel, fuhr die u.a. Strecke Bremen/New York. Sie erlitt 1867 bei Kap Horn Schiffbruch.

Auch in der Kriegsmarine fand ein englischer Einfuß statt. Die Schiffe der hannöverschen Kriegsmarine führten einen Unionjack mit eingelegtem weitspringendem Schimmel auf einem roten Quadrat.6

 

Leider sind die Quellen zu den Seeflaggen Hannovers nicht immer eindeutig; mehrere Quellen widersprechen sich in sich selbst oder untereinander. Von einer Seekriegsflagge wird nie eindeutig etwas belegt, dabei muß es eine gegeben haben, denn im Buch über die deutschen Bruderkriege 1866 wird von der Besetzung des Kriegsmarinehafens Emden berichtet. In anderer Literatur „Vor 50 Jahren“, ein Bildatlas über die Deutschen Bundesmarine von 1848 ist gar ein Stich einer hann. Radkorvette abgebildet.

Nachfragen beim Deutschen Marinebund, der von sich behauptet alle Seeflaggen deutscher Länder zu besitzen und nennen zu können, kam nur der etwas komische Hinweis, ich sollte mich an die deutsche Botschaft in London wenden. Dies ist sehr verwunderlich, denn zu diesen Zeiten des Königreiches Hannover war die Personalunion mit Großbritannien längst vorüber, und zu früheren Flaggen wäre das britische Pendant zum Dt. Marinebund sicherlich hilfreicher gewesen - aber was will man von einem Verein erwarten, der von preußischen Imperalisten gegründet wurde.

Michael Tänzer stellte mir ein Dokument des Stadthannoverschen Geschichtsblätter von 1935 zur Verfügung, in dem einiges zu den Seeflaggen des Königreiches gesagt wird. Dies Dokument ist etwa 3MB groß und kann nur mit Windows Imaging angesehen werden; dies Programm ist aber standardmäßig ab Windows 9x eingebaut.

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5= Deutsches Schiffahrtsmuseum (Hrsg), Poster über die geschichtl. Entwicklung der deutschen Seeflaggen, Bremerhaven 1981

6= Zeitschrift des Welfenbundes